Gedanken sind das, was wir uns machen, Gefühle sind das, was ist!
Hallo lieber Leser,
heute, möchte ich beginnen über Gefühle zu sprechen, weil Gefühle allgegenwärtig sind und sie unser Leben in hohem Maße beeinflussen.
Im nächsten „Impulsbrief“ werde ich über den Umgang mit Wut sprechen.
Was genau sind Gefühle/ Emotionen? (lat.: Heraus-Bewegung/Erregung)
Gefühle sind momentane (kurze, intensive) subjektive seelische und körperliche Empfindungen, sie können angenehm oder unangenehm sein und in ihrer Stärke variieren. Stimmungen unterscheiden sich von Gefühlen, da sie zeitlich länger ausgedehnt erlebt werden (z.B. Depression). Gefühle sind nur Boten, die eine Botschaft vermitteln und entweder auf gesunde oder ungesunde Art zum Ausdruck gebracht werden.
Was tun Gefühle?
Es gibt keine Handlung in unserem Leben, dessen Haupttriebfeder nicht eine Emotion ist. Unsere Gefühle beeinflussen unser geistliches, seelisches und soziales Leben, unseren Intellekt und unseren Körper. Wenn ich keinen Zugang zu meinen Gefühlen habe, werden diese mich beeinflussen.
Wie entstehen Gefühle?
Alle unsere Gefühle wurden von Gott geschaffen und dienen dem Leben, wir wurden mit der Fähigkeit zu fühlen geboren. Gott hat uns mit Gefühlen, Verstand und einem Willen ausgestattet.
Der Kreislauf der Gefühle in uns sieht folgendermaßen aus:
Situation > Wahrnehmung durch unsere Sinne > Gedanke > elektrisches Signal > chemische Reaktion> emotionale Reaktion.
Dieser Prozess dauert nur ein paar Sekunden oder gar Millisekunden! Gefühle entstehen, ob nun unsere Gedanken den Tatsachen entsprechen oder nicht.
Aus positiven Gedanken entstehen positive Gefühle, aus negativen Gedanken entstehen negative Gefühle.
Das, was ich immer wieder denke und fühle, wird meinen Charakter prägen, sich auf meinen Körper auswirken, mein Tun und Handeln bestimmen und somit zu meiner Identität werden.
Gedanken und Gefühle sind also untrennbar miteinander verbunden. Beide sind subjektiv (einseitig, voreingenommen) und entsprechen oft nicht den Tatsachen, wir unter- oder übertreiben.
Wie gehe ich mit meinen Gefühlen um?
• Der gute Umgang mit Gefühlen ist eine Lebensaufgabe, der wir uns stellen müssen.
• Wir sollten mal inne halten und uns fragen: Was fühle ich? Wie fühle ich mich? Baue dir einen Wortschatz auf, der dir hilft, deine Gefühle besser wahrzunehmen und benennen zu können.
• Wie reagiere ich auf die Botschaft des Gefühls? Verdränge ich es, überlege ich eine angemessene Handlung oder reagiere ich übermäßig?
• Gefühle sind wichtig, aber sie waren nie dazu gedacht, der absolute Maßstab der Wahrheit und die Quelle aller Entscheidungen und Handlungen zu sein.
• Ich darf alle negativen Gefühle akzeptieren ohne mich selbst zu verdammen und darf lernen auf gesunde Weise mit ihnen umzugehen.
• Gefühle helfen uns z.B. Verletzungen zu finden oder Bedürfnisse zu erkennen. Die Gefühle sind nicht der Feind!
• Es geht nicht um „Verstand über Gefühle“ oder „Gefühle über Verstand“ sondern Reife zeigt sich, wenn sich unser Fühlen, unser Denken und unser Tun im Gleichgewicht miteinander befinden.
• Gott gebietet uns, negative Emotionen nicht in uns hineinzustopfen, sondern wie in Eph. 4,26 beschrieben, bei IHM loszuwerden, oder auch siehe Psalm 142 „meine Klage (meine Gefühle) vor Gott auszuschütten“. Der Kolosserbrief 3, 8-10 gebietet uns, negative Emotionen bei Gott abzulegen.
Denkfrage:
Welche Gefühle bestimmen häufig dein Leben, welche weniger häufig?
Impulsfrage:
Achte heute einmal darauf, auf welche Bedürfnisse dich deine Gefühle hinweisen und wie du dann damit umgehst?
Eure Petra Wunderlich
Ansprechpartnerin Seelsorge
Im Anhang die Gefühlsliste (gekürzte Form), sie dient zur Anregung:
Folgende Gefühle, weisen auf erfüllte Bedürfnisse hin:
Geschätzt, ermutigt, verstanden, wertvoll, berührt, bewegt, dankbar, energievoll, erfüllt, erleichtert, erstaunt, fasziniert, frei, freudig, friedlich, froh, fröhlich, geborgen, gesund, gelassen, glücklich, hoffnungsvoll, liebevoll, lustig, motiviert, mutig, munter, optimistisch, ruhig, sanft, sicher, sorglos, zufrieden, vertrauensvoll, unbekümmert, beschützt…
Folgende Gefühle, weisen auf „nicht“ erfüllte Bedürfnisse hin:
Angespannt, ängstlich, apathisch, fehl am Platz, belastet, besorgt, betrübt, bestürzt, bitter, bedrückt, deprimiert, durcheinander, einsam, elend, entsetzt, enttäuscht, erschöpft, resigniert, furchtsam, hoffnungslos, gelangweilt, gleichgültig, hilflos, irritiert, niedergeschlagen, krank, lustlos, matt, müde, neidisch, mutlos, niedergeschlagen, passiv, beschämt, schmerzhaft, traurig, unruhig, wütend, zornig, verwirrt, eifersüchtig, verloren, unsicher…